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Le Mans 2010

News und Infos zur spektakulären LMS und ALMS Serie.

Le Mans 2010

Beitragvon Andreas Schwarz » 4. Feb 2010, 15:27

Mitte Juni folgt die nächste Dieselschlacht an der Sarthe. Wie üblich hat der Le-Mans-Veranstalter ACO die maximale Zahl von 55 Autos für den Start beim Langstreckenklassiker herausgefiltert und benannt. Daraus ergibt sich nun insgesamt erneut ein Starterfeld, welches viel Brisanz, Prominenz und in diesem Jahr auch einige spektakuläre Neulinge beinhaltet.

"Wir hatten 84 Bewerbungen. Das ist in Zeiten der Wirtschaftskrise eine bemerkenswerte Zahl", jubelte ACO-Chef Jean-Claude Plassart bei der offiziellen Zeremonie am Mittag. Es gebe einige Gründe für den anhaltenden Erfolg des Langstreckenrennens. "Das liegt daran, dass der Langstreckensport sehr beliebt ist und sich immer weiter positiv entwickelt", so Plassart, der das Rennen als perfekte Spielweise zur Erprobung neuer Technologien bezeichnete.


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Mansell erstmals dabei
"Neun große Hersteller sind dabei, das ist fantastisch. Die Balance zwischen Herstellern und kleineren Privatteams stimmt bei uns einfach", freute sich Plassart über seine Starterliste in Le Mans. Nicht nur die Teams und Hersteller stehen im Mittelpunkt, sondern auch die Fahrer, so der Franzose: "In Le Mans steht der Mensch immer im Mittelpunkt. Das gilt nicht nur für Piloten, sondern auch für Mechaniker und viele weitere Beteiligte."

"Ich habe Angst, dass meine Buben schneller sind als ich."
Nigel MansellEin Blick auf die Liste mit den 55 Fahrzeugen offenbart, dass bereits jetzt mindestens 15 ehemalige Formel-1-Stars am Start sein werden, dabei sind längst noch nicht alle Fahrzeugbesatzungen komplett. Mit Nigel Mansell kommt ein Topstar der Szene erstmals nach Le Mans. Der britische Ex-Formel-1-Weltmeister wird in einem Ginetta-Zytek gemeinsam mit seinen Söhnen Leo und Greg in der LMP1-Klasse antreten. "Ich bin stolz und ein wenig in Sorge. Ich habe Angst, dass meine Buben schneller sind als ich", scherzte Mansell.

Im Zentrum des Interesses wird natürlich wieder der Kampf um den Gesamtsieg stehen. Keine Frage: Auch 2010 darf man einen Zweikampf der Dieselflundern von Audi und Peugeot erwarten. Die französischen Titelverteidiger kommen mit drei 908 HDi FAP, als Piloten sind derzeit Alexander Wurz, Nicolas Minassian und Sébastien Bourdais gesetzt. Sicherlich dürften auch Franck Montagny, Stéphane Sarrazin, Marc Gené oder Christian Klien erneut gute Chancen auf ein Cockpit haben.

Peugeot hat vier Autos im Feld
"Wir erwarten, dass Audi zurückschlagen wird. Das liegt in der Natur der Sache. Audi hat viele Jahre dominiert, wir werden 2010 einen harten Kampf haben", verspricht Peugeot-Technikchef Bruno Famin. Der im vergangenen Jahr siegreiche 908 HDi FAP wurde noch einmal weiterentwickelt, 2011 kommt der Nachfolger. "Wir haben ein intensives Programm als Vorbereitung auf Le Mans, viele Tests und einige Einsätze", so Famin.

"Ich hoffe, dass es in diesem Jahr klappt."
Sébastien Bourdais"Es ist ein grandioses Starterfeld, auch in der GT2 mit der Rückkehr von BMW, Jaguar und Aston Martin. Ich war zweimal Zweiter - aller guten Dinge sind drei. Ich hoffe, dass es in diesem Jahr klappt", sagt Bourdais über das bevorstehende Langstreckenrennen in seiner Heimatstadt Le Mans. Der erste Einsatz des Jahres der Franzosen ist schon bald. Peugeot nutzt den ALMS-Auftakt in Sebring zu Testzwecken, Audi steigt erst beim LMS-Saisonauftakt in Le Castellet ein.

Die Ingolstädter bringen im Juni drei Audi R15 TDI an den Start, der intern die Bezeichnung R15 plus trägt. Der Wagen wurde aufgrund von Regelanpassungen und Erkenntnissen aus dem Vorjahr weiter verfeinert. "Natürlich wollen wir die Revanche", sagt Sportchef Wolfang Ullrich. "Nach Rennende 2009 hat unser Audi-Vorstand Dr. Stadler gesagt, dass wir zurückkommen, um sie zu schlagen. Wir freuen uns jetzt schon auf einen tollen Wettbewerb. Es wird ein erstklassiger Fight."

Audi will 2010 zurückschlagen
Als Speerspitze geht "Mister Le Mans" Tom Kristensen, der aktuell in seiner dänischen Heimat die Folgen eines Sportunfalls auskuriert, gemeinsam mit Allan McNish und Dindo Capello in den Langstreckenlauf. Das zweite Auto wird sich Audi-Werksfahrer Mike Rockenfeller mit den Porsche-Werkspiloten Timo Bernhard und Romain Dumas teilen. Das neue Audi-Trio wird ebenfalls an der Sarthe sein. Marcel Fässler, André Lotterer und Benoit Treluyer sitzen im dritten R15 TDI.

"Es wird schwierig, aber wir sind Kämpfer."
Olivier PanisWährend Audi noch den Einsatz der zwei Kolles-R10-TDI im Blick haben dürfte, bekommt Peugeot tatkräftige Unterstützung von Oreca. Die Mannschaft von Hugues de Chaunac bekommt einen 908 HDi FAP für den Einsatz in der LMS und in Le Mans. "Wir hoffen, dass wir an einem großen Kampf unseren Anteil haben können. Mit Olivier Panis und Nicolas Lapierre sind wir gut aufgestellt", sagt der französische Teamchef. Panis fügt hinzu: "Es wird schwierig, aber wir sind Kämpfer. Wir werden in der LMS und in Le Mans unser Bestes geben."

Oreca wird neben dem Peugeot auch einen Eigenbau mit AIM-Motor an den LMP1-Start bringen. In der großen Prototypenklasse fahren außerdem elf weitere Fahrzeuge, darunter zwei Pescarolo-Judd, drei Aston Martin, ein Dome aus Japan und zwei Lola-Rebellion aus der Schweiz. Auch die USA sind vertreten. Autocon wird einen Lola-AER mit Michael Lewis nach Le Mans bringen.

LMP2-Feld deutlich verkleinert, GT1 stark
Die LMP2-Klasse hat man für die Auflage 2010 eingebremst. Der ACO gestand den kleinen Prototypen gerade einmal neun Startslots zu. Einige Teams schauten deshalb überraschend in die Röhre, darunter die deutsche Mannschaft von Kruse-Schiller-Motorsport. KSM darf sich allerdings auf Platz drei der Prototypen-Nachrückerliste noch vage Hoffnungen auf einen Start machen.

Die Siegermannschaft von 2009: Brabham/Wurz/Gené an der Box
Zoom© xpb.ccDie Franzosen von OAK Racing haben das große Los gezogen und bekamen gleich zwei Startplätze für ihre Pescarolo-Judd, Quifel ASM und Bruichladdich werden je einen Ginetta-Zytek bringen, Racing Box startet mit dem Lola-Judd. Auch Gerard Welter ist mit einem Fahrzeug dabei. Gespannt blickt man auf die beiden Acura von RML und Highcroft. Bei der ALMS-Titelmannschaft ist Le-Mans-Champion David Brabham als erster Pilot genannt.

Die GT1-Klasse präsentiert sich in der Startliste für Le Mans deutlich gesünder als es ein Blick auf die LMS-Nennliste befürchten ließ. Insgesamt acht Fahrzeuge werden in der großen GT-Klasse um den Sieg fahren. Drei Corvettes von Alphand und Pekaracing, ein Saleen und ein Lamborghini sind dabei. Young Driver AMR
bringt einen Aston Martin DBR9, Marc VDS und Matech setzen auf den neuen Ford GT. Bei Matech sitzen mit Natacha Gachnang und Cyndie Allemann gleich zwei Frauen im Wagen.

GT2 als Tummelplatz der Hersteller: Zwei BMW dabei
Die GT2-Klasse bietet eine unglaublich großes Markenvielfalt und dazu reichlich Motorsport-Prominenz. 17 Fahrzeuge von sieben verschiedenen Herstellern sind dabei, oder haben zumindest zunächst einen Startplatz zugeteilt bekommen. Besonders spektakulär sind die Werksauftritte von Jaguar und BMW. Die Bayern haben gleich zwei M3 genannt. Als Piloten sind Andy Priaulx und Jörg Müller gesetzt.

"Ich als Fahrer bekomme angesichts der Starterliste eine echte Gänsehaut."
Jörg Müller"Es sind unglaublich viele starke Teams und Hersteller in der GT2 dabei. Ich als Fahrer bekomme angesichts der Starterliste eine echte Gänsehaut", sagt Müller, der bisher in der Tourenwagenweltmeisterschaft WTCC unterwegs war. "Es ist eines der härtesten Rennen der Welt. Ich bin froh, dass ich mit BMW dabei sein kein. Eigentlich haben wir gar keine Erfahrung in Le Mans, wir müssen also viel lernen", so Müller, der 1999 mit BMW bereits in Le Mans gestartet war.

Mit dem neuen XKR bringt Jaguar das neueste GT2-Modell erstmals an die Sarthe. Der Wagen hat seine Geburtsstätte zwar in Großbritannien, aber die Entwicklung für Renneinsätze fand unter der Leitung von Paul Gentilozzi in den USA statt. "Wir haben uns in den USA recht gut vorbereitet und freuen uns schon auf einen tollen Kampf", sagt Marc Goossens, der viele Testkilometer mit dem Jaguar abspulte.

Neben BMW und Jaguar sind zwei Corvettes, fünf Porsches, ein Spyker und insgesamt fünf Ferraris auf der GT2-Starterliste. Dabei darf man sich auf einige Prominenz freuen. Pech hatte allerdings AF-Corse-Neuzugang Giancarlo Fisichella, dessen F430 mit der Startnummer 95 nur auf der Liste der Nachrücker steht. Jean Alesi wurde von den Italienern bislang nicht genannt. Beide könnten jedoch im zweiten Wagen von AF Corse unterkommen.


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Die Startliste Le Mans in Überblick

Beitragvon Andreas Schwarz » 4. Feb 2010, 15:28

LMP1-Klasse:
Team Peugeot Total - Peugeot 908 HDi FAP (Wurz)
Team Peugeot Total - Peugeot 908 HDi FAP (Minassian)
Peugeot Sport Total - Peugeot 908 HDi FAP (Bourdais)
Team Oreca Matmut - Peugeot 908 HDi FAP (Panis/Lapierre)
Beechdean Mansell - Ginetta-Zytek (Mansell/Mansell/Mansell)
AIM Team Oreca - Oreca-AIM (Ayari)
Audi Sport Team Joest - Audi R15 TDI (Kristensen/McNish/Capello)
Audi Sport Team Joest - Audi R15 TDI (Lotterer/Fässler/Treluyer)
Audi Sport North America - Audi R15 TDI (Rockenfeller/Dumas/Bernhard)
Dome Racing Team - Dome S102-Judd (Philippe)
Drayson Racing - Lola-Judd (Drayson/Cocker)
Rebellion Racing - Lola-Rebellion (Prost/Jani)
Rebellion Racing - Lola-Rebellion (Belicchi/Bouillon)
Kolles - Audi R10 TDI (Albers)
Kolles - Audi R10 TDI (Bakkerud)
Pescarolo Sport - Pescarolo-Judd (Tung)
Sora Racing - Pescarolo-Judd (Tinseau)
Michael Lewis/Autocon - Lola-AER (Lewis)
Signature Plus - Lola-Aston Martin (Ragues/Mailleux)
Aston Martin Racing - Lola-Aston Martin (Turner)

LMP2-Klasse:
OAK Racing - Pescarolo-Judd (Nicolet)
RML - Lola-HPD (Newton/Erdos)
Highcroft Racing - HPD ARX01 (Brabham/Franchitti)
Racing Box SRL - Lola-Judd (Pirri)
OAK Racing - Pescarolo-Judd (Hein)
Gerard Welter - WR-Zytek (Salini)
Quifel ASM Team - Ginetta-Zytek (Amaral/Pla)
Team Bruichladdich - Ginetta-Zytek (Ojjeh/Greaves)
Strakka Racing - HPD ARX01 (Leventis/Watts)

GT1-Klasse:
Larbre Competition - Saleen S7-R (Berville/Bornhauser)
Young Driver AMR - Aston Martin DBR9 (Nygaard/Enge)
Pekaracing NV - Corvette C6.R (Kumpen)
Matech Competition - Ford GT (Gachnang/Allemanns)
JLOC - Lamborghini Murcielago (Atsushi)
Marc VDS Racing Team - Ford GT (De Doncker)
Luc Alphand Aventures - Corvette C6.R (Alphand)
Luc Alphand Aventures - Corvette C6.R (Gregoire)

GT2-Klasse:
Corvette Racing - Corvette C6 ZR1 (Magnussen/O'Connell/Garcia)
Corvette Racing - Corvette C6 ZR1 (Gavin/Beretta)
Prospeed Competition - Porsche 911 GT3 RSR (Van Splunteren)
IMSA Performance MATMUT - Porsche 911 GT3 RSR (Narac)
Team Felbermayr Proton - Porsche 911 GT3 RSR (Felbermayr)
BMW Motorsport - BMW M3 E92 (Müller)
BMW Motorsport - BMW M3 E92 (Priaulx)
Flying Lizard Motorsport - Porsche 911 GT3 RSR (Neiman)
Jaguar RSR - Jaguar XKRS (Gentilozzi/Pruett/Goossens)
Risi Competizione - Ferrari F430 GT (Krohn/Jonsson)
Risi Competizione - Ferrari F430 GT (Melo)
Modena Group Racing - Ferrari F430 GT (Rusinov)
Spyker Squadron - Spyker C8 Lavoilette (Coronel)
Hankook Farnbacher Team - Ferrari F430 GT (Farnbacher/Simonsen)
JMW Motorsport - Aston Martin Vantage (Bell)
AF Corse SRL - Ferrari F430 GT (Perez Companc/Russo)
BMS Scuderia Italia SPA - Porsche 911 GT3 RSR (Malucelli)

Nachrücker Prototypen:
LMP2 Pegasus Racing - Norma-Judd (Schell)
LMP1 Tokai University - Courage-Oreca-YGH (Wakisaka/Mitsuyama)
LMP2 KSM - Lola-Judd (De Pourtales/Noda)
LMP1 Jose Ibanez - Lola-Judd (Ibanez/Robert/Santamato)
LMP2 Kaneko Racing - Courage-Judd (Yamagishi)

Nachrücker GT-Klassen:
GT2 Team Felbermayr Proton - Porsche 911 GT3 RSR (Lieb/Lietz)
GT2 Team Hong Konk Racing - Aston Martin Vantage (Ma/Lee/Jones)
GT2 AF Corse SRL - Ferrari F430 GT (Fisichella/Foster)
GT1 Matech Competition - Ford GT (Mutsch)
GT2 Spyker Squadron - Spyker C8 Lavoilette (Coronel)


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Re: Le Mans 2010: Das sind die 55 Starter

Beitragvon Andreas Schwarz » 4. Feb 2010, 15:28

das wird ein Fest, soviel ist sicher :driver
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Le Mans wieder komplett live bei 'Eurosport'

Beitragvon Andreas Schwarz » 21. Apr 2010, 11:06

Der Kampf der Dieselgiganten um die Krone beim berühmtesten Rennen der Welt ist in diesem Jahr wieder in voller Länge live im Fernsehen zu verfolgen. 'Eurosport' hat angekündigt, die 24 Stunden von Le Mans im Sommer komplett live zu übertragen. Am Mittwoch, den 9. Juni und am Donnerstag, den 10. Juni, werden Training und Qualifying übertragen, ab Samstag den 12. Juni dann das gesamte 24-Stunden Rennen bis zum Zieleinlauf am Sonntag. Zum ersten Mal ist das Rennen auch in High Definition zu sehen, bei 'Eurosport HD'.

Zur Einstimmung auf den Klassiker bringt der Sender in der Woche vor dem Rennen zudem eine tägliche Vorschausendung.


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Le Mans: Die endgültige Starterliste für 2010

Beitragvon Andreas Schwarz » 21. Mai 2010, 13:58

Nun stehen die insgesamt 165 Piloten und 55 Fahrzeuge endgültig fest, die sich Mitte Juni in die Langstreckenschlacht an der Sarthe werfen wollen. Veranstalter ACO hat die Liste jener Teilnehmer veröffentlicht, die in der Woche vor den 78. 24 Stunden von Le Mans zur Fahrzeugabnahme in der Innenstadt der französischen Stadt erwartet werden.

Insgesamt sind sieben deutsche Teams am Start: Das Audi-Werksteam und Kolles in der großen LMP1-Klasse, KSM aus Siegburg in der LMP2, sowie Farnbacher, BMW, Felbermayr und Young Driver AMR in der GT2-Klasse. Mit Spannung erwarten die Fans das nächste große Dieselduell zwischen Titelverteidiger Peugeot und Audi um den Gesamtsieg an der Sarthe.

In der LMP1-Klasse sind nach dem befürchteten Rückzug der beiden Fahrzeuge von Pescarolo/Sora nur noch 18 Autos gemeldet. Neben je drei Peugeot 908 HDi FAP und Audi R15 TDI plus bringt Kolles zwei gebrauchte R10, die von den Trios Albers/Tucker/Rodrigues und Bakkerud/Jarvis/Bouchut pilotiert werden. Die Fahrzeugbesetzungen der Topteams standen seit mehreren Wochen fest.

Oreca wird mit einem Kunden-Peugeot und einem Benziner-Eigenbau am Start sein, Rebellion bringt ebenso zwei Lola-Coupés wie Aston Martin. Einen dritten Lola-Aston Martin setzt das französische Signature-Team ein. Nigel Mansell wird wie geplant mit seinen Söhnen Greg und Leo im Ginetta-Zytek fahren, der Lola von Autocon ist ebenso fix wie der Wagen von Lord Paul Drayson, der nach dem Ende seiner Amtszeit als britischer Minister nun nur noch Motorsport betreibt.

KSM rückt in der LMP2 nach
Insgesamt elf Fahrzeuge werden in der LMP2 um den Klassensieg kämpfen. Einen Porsche RS Spyder sucht man auf der Nennliste vergeblich. Als Favoriten gelten die Acura ARX-01 von Strakka und Highcroft. Die Amerikaner haben namhaftes Personal an Bord: David Brabham, Marco Werner und Marino Franchitti. Die deutsche KSM-Mannschaft rückte von der Ersatzliste kurzfristig nach.

"Wir freuen uns sehr", so KSM-Teamchef Kai Kruse im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Die Vorbereitungen der Siegburger Mannschaft laufen auf Hochtouren. "Bei uns ist immer Hektik", lacht Kruse. "Aber diesmal ist es alles noch etwas komprimierter." Im Cockpit des Lola-Judd zählen die Deutschen auf Hideki Noda und Jean de Pourtales, die schon seit Jahren im KSM-Einsatz sind, sowie auf Ex-Williams-Testpilot Jonathan Kennard.

Überraschend stark besetzt ist die GT1-Klasse. Die große Sportwagen-Kategorie, die in den amerikanischen und europäischen Le-Mans-Serien fast ausgestorben ist, präsentiert immerhin acht Autos von fünf unterschiedlichen Marken: Saleen, Aston Martin, Ford, Lamborghini und Corvette. Besonders gespannt darf man auf das schweizerische Damen-Trio von Matech schauen: Natasha Gachnang, Cyndie Allemann und Rahel Frey teilen sich den Ford GT.

In der GT2-Klasse sind es derzeit goldene Zeiten. 18 Autos werden sich Mitte Juni eine herbe Schlacht um den Klassensieg liefern. BMW und Jaguar kehren an die Sarthe zurück, man entdeckt in Reihen der GT2-Fahrer viel Prominenz. Allein acht ehemalige Formel-1-Piloten werden antreten, hinzu kommen viele aktive oder frühere DTM-Stars.

Die Starterliste im Überblick:
LMP1-Klasse:
1 Team Peugeot Total (Peugeot 908 HDi FAP) - Wurz-Gené-Davidson
2 Team Peugeot Total (Peugeot 908 HDi FAP) - Minsassian-Sarrazin-Montagny
3 Team Peugeot Sport Total (Peugeot 908 HDi FAP) - Pagenaud-Bourdais-Lamy
4 Team ORECA Matmut (Peugeot 908 HDi FAP) - Panis-Lapierre-Duval
5 Beechdean Mansell (Ginetta-Zytek) n- L.Mansell-G.Mansell-N.Mansell
6 AIM Team ORECA Matmut (ORECA 01-AIM) - Ayari-André-Meyrick
7 Audi Sport Team Joest (Audi R15 TDI) - Kristensen-Capello-McNish
8 Audi Sport Team Joest (Audi R15 TDI) - Lotterer-Fässler-Treluyer
9 Audi Sport North America (Audi R15 TDI) - Dumas-Bernhard-Rockenfeller
11 Drayson Racing (Lola-Judd Coupé) - Drayson-Cocker-Pirro
12 Rebellion Racing (Lola Rebellion Coupé) - Prost-Jani-Andretti
13 Rebellion Racing (Lola Rebellion Coupé) - Belicchi-Boullion-Smith
14 Kolles (Audi R10 TDI) - Albers-Tucker-Rodrigues
15 Kolles (Audi R10 TDI) - Bakkerud-Jarvis-Bouchut
19 Michael Lewis/Autocon (Lola-AER) - Lewis-Willman-Burgess
007 Aston Martin Racing (Lola Aston Martin) - Primat-Mücke-Fernandez
008 Signature Plus (Lola Aston Martin) - Ragues-Mailleux-Ickx
009 Aston Martin Racing (Lola Aston Martin) - Turner-Barazi-Hancock

LMP2-Klasse:
24 OAK Racing (Pescarolo-Judd) - Nicolet-Hein-Yvon
25 RML (Lola Coupe-HPD) - Erdos-Newton-Wallace
26 Highcroft Racing (HPD ARX-01c) - Brabham-Franchitti-Werner
29 Racing Box (Lola-Judd Coupé) - Pirri-Cioci-Perazzini
35 OAK Racing (Pescarolo-Judd) - Lahaye-Moreau-Charouz
37 Gérard Welter (WR-Zytek) - P.Salini-S.Salini-Gommendy
38 Pegasus Racing (Norma-Judd) - Schell-Da Rocha-Zollinger
39 KSM (Lola-Judd) - de Pourtalès-Noda-Kennard
40 Quifel ASM Team (Ginetta-Zytek 08S) - Pla-Amaral-Hughes
41 Team Bruichladdich (Ginetta-Zytek 09S) - Ojjeg-Greaves-Chalandon
42 Strakka Racing (HPD ARX-01c) - Watts-Leventis-Kane

GT1-Klasse:
50 Larbre Compétition (Saleen S7-R) - Gardel-Berville-Canal
52 Young Driver AMR (Aston Martin DBR9) - Kox-Enge-Nygaard
60 Matech Competition (Ford GT) - Grosjean-Mutsch-Hirschi
61 Matech Competition (Ford GT) - Allemann-Frey-Gachnang
69 JLoc (Lamborghini Murcielago) - Yogo-Yamanishi-Iiri
70 Marc VDS Racing Team (Ford GT) - Leinders-Palttala-de Doncker
72 Team Luc Alphand Aventures (Corvette C6.R) - Policand-Grégoire-Hart
73 Team Luc Alphand Aventures (Corvette C6.R) - Jousse-Maassen-Goueslard

GT2-Klasse:
63 Corvette Racing (Corvette C6 ZR1) - Magnussen-O'Connell-Garcia
64 Corvette Racing (Corvette C6 ZR1) - Gavin-Beretta-Collard
75 ProSpeed Competiton (Porsche 997 GT3-RSR) - Splunteren-Hommerson-Machiels
76 IMSA Performance Matmut (Porsche 997 GT3-RSR) - Narac-Pilet-Long
77 Team Felbermayr-Proton (Porsche 997 GT3-RSR) - Lieb-Lietz-Henzler
78 BMW Motorsport (BMW M3) - Müller-Farfus-Alzen
79 BMW Motorsport (BMW M3) - Priaulx-Müller-Werner
80 Flying Lizard Motorsport (Porsche 997 GT3-RSR) - Bergmeister-Neiman-Law
81 Jaguar RSR (Jaguar XKRS) - Gentilozzi-Goossens-Dalziel
82 Risi Competizione (Ferrari F430 GTC) - Melo-Bruni-Kaffer
83 Risi Competizione (Ferrari F430 GTC) - Krohn-Jonsson-Van de Poele
85 Spyker Squadron (Spyker C8 Laviolette) - Coronel-Dumbreck-Bleekemolen
88 Team Felbermayr-Proton (Porsche 997 GT3-RSR) - Felbermayr Jr-Felbermayr Sr- Konopka
89 Hankook-Team Farnbacher (Ferrari F430 GTC) - Simonsen-Farnbacher-Keen
92 JMW Motorsport (Aston Martin Vantage GT2) - Bell-Sugden-Miller
95 AF Corse (Ferrari F430 GTC) - Fisichella-Amesi-Vilander
96 AF Corse (Ferrari F430 GTC) - Companc-Salo-Russo
97 BMS Scuderia Italia (Porsche 997 GT3-RSR) - Holzer-Westbrook-Scheider



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Vorschau: Die 24 Stunden von Le Mans

Beitragvon Andreas Schwarz » 4. Jun 2010, 11:31

Die Dieselboliden stehen auch in diesem Jahr im Fokus. Bei der 78. Auflage der 24 Stunden von Le Mans wird erneut ein Duell der beiden Werksteams von Peugeot und Audi erwartet. Die Franzosen gehen als Titelverteidiger ins diesjährige Rennen, Audi will sich die Le-Mans-Krone nach einem Jahr Pause wieder zurückholen.

Die beiden Rivalen um den Gesamtsieg haben enormen Aufwand betrieben, um ihren jeweiligen Prototypen einen würdigen Abschied von der Sarthe zu ermöglichen. Der 908 HDi FAP wurde in Details noch einmal verbessert und gilt im vierten Jahr als ausgereift. Im kommenden Jahr kommen mit dem neuen ACO-Reglement neue Autos.

"Für das Jahr 2011 ist nach dem, wie das Reglement jetzt ausschaut, keine große Diskussion", sagt Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich, der sich auch vom erst gut ein Jahr alten R15 wieder verabschieden muss. "Im nächsten Jahr gibt es ein neues Reglement, da kann man mit einem R15 gar nicht mehr fahren. Das gleiche Problem hat Peugeot auch - mit einem 908 HDi kann man nicht mehr fahren."

Peugeot: Kann der Löwe wieder zubeißen?
Peugeot hat beim 2009 erfolgreichen 908 in vielen Bereichen Detailarbeit geleistet - oder leisten lassen. Bosch optimierte die Verbrennung beim Diesel, Total minimierte über neue Schmierstoffe die Reibungsverluste. "Wir kommen nicht als Titelverteidiger, sondern eher nochmal als Herausforderer nach Le Mans", stapelt Peugeot-Sportchef Olivier Quesnel tief.

Dennoch gibt es bei den Löwen eine klare Ansage: Der Titel soll verteidigt werden. Verzichten müssen die Franzosen dabei auf David Brabham, der 2009 gemeinsam mit Alexander Wurz und Marc Gené den Sieg einfuhr. Der Australier wurde durch Anthony Davidson ersetzt. Das zweite Fahrzeug teilen sich Franck Montagny, Nicolas Minassian und Stéphane Sarrazin. Im dritten 908 wird erneut Sébastien Bourdais fahren, gemeinsam mit Pedro Lamy und Simon Pagenaud.

Auch bei Audi gab es Veränderungen im Fahrerkader. Alexandre Premat, Marco Werner und Lucas Luhr sind nicht mehr dabei, stattdessen setzt man im dritten Wagen mit Benoît Tréluyer, Marcel Fässler und André Lotterer auf frische Kräfte. "Kristensen, Capello und McNish haben in Le Mans viel mehr erreicht, sie haben deutlich mehr Erfahrung mit dem Event und mit Audi. Aber wir haben die nötige Frische, die wir einbringen können", macht Treluyer Werbung für sich und seine Mannschaft.

Die Ingolstädter haben den R15 nach Regelanpassungen und viel Streit im Vorjahr nun für die neue Auflage umgebaut. Man fuhr unzählige Tests über viele Stunden und auf unterschiedlichen Strecken. Das Duell im Mai in Spa-Francorchamps gegen Peugeot ging dennoch knapp verloren. "Der Motor ist toll und die Aerodynamik sehr effizient. Das ist bezüglich der Performance sehr wichtig", erklärt Treluyer die Vorzüge des Audi R15 TDI.

Abschied vom 908 und R15 TDI
Dennoch sind die Deutschen nominell im Nachteil. Aus Ingolstadt kommen drei aktuelle Autos, die Franzosen bieten gleich vier 908 der neuesten Version auf. Neben drei Werksfahrzeugen wird Oreca in diesem Jahr ein Kundenauto an den Start bringen. Im vergangenen Jahr war ein solcher Einsatz unter der Flagge von Pescarolo nicht von Erfolg gekrönt - man zerstörte den Prototypen in der Nacht. "Wir fühlen uns verpflichtet, den Peugeot auf das Podest zu bringen", so Oreca-Teamchef Hugues de Chaunac.

Mit dem R15 TDI plus will Audi in der Höhle der Löwen gewinnen
Zoom© xpb.ccNach Aussage von Pilot Olivier Panis hat man den Kunden-908 gut kennenlernen und abstimmen können. In Le Mans sei nur noch Feinarbeit nötig. "Wir sollten ein gutes Paket haben - ein siegfähiges Auto sogar", meint der Ex-Formel-1-Pilot. Für den Franzosen bietet sich endlich die große Chance, mit einem Prototypen auf Gesamtsieg zu fahren. Oreca setzt einen weiteren Wagen ein, allerdings den Benziner-Eigenbau, der sich eher mit den anderen Benzinern balgen wird.

Allen voran verfolgen Stefan Mücke, Harold Primat und Adrian Fernandez das Ziel, die inoffizielle Benzinerwertung zu gewinnen. Der Aston Martin gilt als ausgereiftes Fahrzeug, allerdings ist vor allem der mächtige Motor nicht mehr auf allerneuestem Stand. Darren Turner, Juan Barazi und Sam Hancock werden voraussichtlich nicht mit dem Toptrio mithalten können. Im Aston Martin von Signature wollen Pierre Ragues, Franck Mailleux und Vanina Ickx für Furore sorgen.

Sie alle bekommen es in der Benzinerriege mit einem ganz großen Namen des Motorsports zu tun. Ex-Formel-1-Weltmeister Nigel Mansell erfüllt sich in diesem Jahr seinen großen Le-Mans-Traum gemeinsam mit seinen Söhnen Greg und Leo am Steuer eines Ginetta-Zytek von Beechdean. "Wir hatten mit dem Auto einige Probleme", berichtet der britische Topstar, der das LMS-Rennen in Belgien auslassen musste. "Wir mussten einige Dinge aussortieren, um nun für den großen Auftritt in Le Mans besser auszusehen."

Viele bekannte Namen am Start
Als Mansell sich zum Schritt nach Le Mans entschied, gab es noch die Hoffnung, dass die Dieselfahrzeuge nicht mehr ganz so dominant durch das Jahr gehen können. Doch diese Hoffnungen haben sich bei Tests und den Einsätzen von Audi und Peugeot im Jahr 2010 überhaupt nicht bewahrheitet. Mit dem Gesamtsieg dürfte Familie Mansell also nichts zu tun haben.

Einen weiteren großen Namen bietet die schweizerische Rebellion-Mannschaft auf. Mit Marco Andretti kommt der nächste der großen Rennfahrerfamilie aus den USA nach Le Mans. Er teilt sich den Lola mit Neel Jani und Nicolas Prost, Sohn des viermaligen Formel-1-Weltmeisters Alain Prost. Viel Erfahrung sitzt im zweiten Fahrzeug des Teams: Jean Christophe Bouillon, Guy Smith und Andrea Belicchi.

Aus den USA kommt die Autocon-Mannschaft, die in der ALMS bislang nur selten beeindrucken konnte. Michael Lewis, Bryan Willman und Tony Burgess fahren den Lola-AER. Paul Drayson erfüllt sich gemeinsam mit Emanuele Pirro und Jonny Cocker seinen großen Le-Mans-Traum mit einem Lola. Eine weitere Dieselnote kommt durch die beiden Kunden-Audi-R10 TDI von Kolles ins Spiel. Die Mannschaft ist allerdings in diesem Jahr bislang kaum gefahren, daher steht hinter der Leistungsfähigkeit ein großes Fragezeichen.

In der LMP2-Klasse wird wohl die Honda-Marke Acura Le Mans erobern. Nach erfolgreichen Jahren mit den Prototypen in der ALMS, gehen die heute unter dem Namen HPD startenden Boliden erstmals auch an der Sarthe ins Rennen. Highcroft will mit Le-Mans-Sieger David Brabham, Marino Franchitti und Marco Werner zum Erfolg, Strakka hat ebenfalls einen ARX-01 ergattert, RML hat den Acura-Motor im Heck des Lola-Chassis.

Attraktives Damen-Trio im Ford GT
In letzter Sekunde rutschte auch die deutsche KSM-Mannschaft noch ins Starterfeld von Le Mans. Das Team um die beiden Besitzer Hardy Schiller und Kai Kruse profitierte vom Rückzug der beiden LMP1-Pescarolos. In den vergangenen Jahren hatten die Siegburger zwar oftmals Pech auf der 13,6 Kilometer langen Strecke, aber stets eine unglaublich kämpferische Leistung gezeigt. Das Publikum honorierte dies oft mit Beifall.

In der GT1-Klasse ist mehr los als Anfang des Jahres zu befürchten war. Immerhin sind acht Fahrzeuge in der Satrterliste zu finden. Neben zwei Corvettes von Luc Alphand, dem Aston Martin des Paderborner Teams Young Driver AMR, einem Larbre-Saleen und dem japanischen JLOC-Lamborghini werden gleich drei Ford GT in die Langstreckenschlacht gehen - der Ford-Klassiker kehrt also in neuer Version nach rund 40 Jahren zurück. Vor allem Matech bietet interessante Cockpit-Besetzungen auf.

Neben Jonathan Hirschi und Thomas Mutsch wird auch dessen GT1-WM-Partner Romain Grosjean im Cockpit sitzen. Der französische Ex-Formel-1-Pilot gilt als Rookie an der Sarthe, muss seine Le-Mans-Fähigkeiten also zunächst vor den Augen des ACO im Training darlegen. Anderen Stars wie Mansell, Giancarlo Fisichella, Jean Alesi und DTM-Champion Timo Scheider geht es allerdings genauso.

Im zweiten Matech-Ford sorgen drei Damen für Interesse. Rahel Frey, Cyndie Allemann und die nach ihrem GT1-Crash in Abu Dhabi wieder genesene Natacha Gachnang wollen in der Klasse ordentlich mitmischen. Die drei schnellen Schweizerinnen werden definitiv im Fokus stehen. Noch nie in der fast 90-jährigen Geschichte des großen Rennens hat es eine reine Damenbesetzung eines Fahrzeuges gegeben.

Die Schlacht der Hersteller in der GT2
Die GT2 kommt auch ohne weibliche Reize aus. Die kleineren Sportwagen werden sich einen heftigen Kampf liefern. Berühmte Piloten mischen ebenso mit wie große Hersteller. BMW kehrt an die Sarthe zurück und möchte den jüngsten Erfolg beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring gern auch in Frankreich wiederholen. Auch Jaguar ist wieder dabei, angesichts der bisherigen Leistungen des XKR in den USA aber wohl ohne Chance.

"Wir wollen die bestmögliche Show für alle Jaguar-Fans bieten", verspricht Marc Goossens, der sich den Wagen mit Ryan Dalziel und RSR-Teambesitzer Paul Gentilozzi teilt. "Die Strecke ist mit keiner anderen auf der Welt zu vergleichen. Das ist eine Herausforderung für alle", meint der RSR-Boss. Dalziel freut sich vor seinem Debüt: "Das wird das Highlight meiner Karriere. Es war immer mein großer Traum, mal in Le Mans starten zu dürfen."

Ferrari, Porsche, BMW und Corvette dürften an der Sarthe in etwa auf Augenhöhe kämpfen können. Das verspricht Spannung pur. "Le Mans ist immer hart. Man kämpft gegen die Uhr, die Strecke, die Bedingungen und manchmal gegen das eigene Auto", fasst Corvette-Pilot Oliver Gavin zusammen. Der Brite verspricht: "Es sind zehn Autos siegfähig in der GT2-Klasse. Das wird so hart wie nie zuvor. Wir werden aber mitmischen können."

BMW bietet das Eifel-Siegertrio Jörg Müller, Augusto Farfus und Uwe Alzen für den Klassiker in Frankreich auf. Im BMW Art Car mit der Startnummer 79 werden der ehemalige Tourenwagen-Weltmeister Andy Priaulx sowie Dirk Müller und Dirk Werner sitzen. Das Fahrzeug wurde vom berühmten Künster Jeff Koons designt und knüpft nahtlos an die lange Tradition der BMW Art Cars an, die teils von Größen wie Andy Warhol oder Roy Lichtenstein geschmückt wurden.

DTM-Champion Scheider im Porsche
Die insgesamt sechs Porsche 911 GT3 RSR im GT2-Starterfeld zählen auch zum Favoritenkreis. Vor allem die Werkspiloten Marc Lieb, Wolf Henzler und Richard Lietz dürften im Felbermayr-Auto vorne zu finden sein, Flying-Lizard um Jörg Bergmeister kommt über den "großen Teich" und bei der BMS Scuderia nimmt Porsche-Junior Marco Holzer zwei Rookies an die Hand: Richard Westbrook und DTM-Star Timo Scheider.

"Ich freue mich riesig", sagt der DTM-Champion auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. "Meine Vorfreude hat mehere Gründe. Es ist ein Event, den ich noch gar nicht kenne. Außerdem haben wir ein Auto, mit dem wir Richtung Podium schielen dürfen. Mit Marco und Richard sind zwei extrem gute Branchenvertreter mit mir auf dem Auto. Le Mans ist das größte Wagenrennen der Welt, mit dem größten Mythos. Für mich geht da ein Wunschtraum in Erfüllung. In der Vita fehlen mir bisher nur noch Le Mans und Sebring."

Unglaublich, aber wahr: Für den extrem erfahrenen Westbrook wird es ebenfalls der erste Auftritt in Le Mans. "Ich bin aufgeregt, das wird großartig", so der Brite. "Mir will ja niemand glaubem, wenn ich behaupte, dass ich noch nie in Le Mans war. Jetzt verstummen diese Leute endlich, weil ich es endlich tue. Ich finde, die 24 Stunden am Nürburgring sind das härteste Rennen, aber Le Mans hat einfach viel mehr Geschichte."

Neben einem Aston Martin und einem niederländischen Spyker werden am nächsten Wochenende gleich fünf Ferrari 430 ins Rennen gehen - allesamt mit guten Chancen. Als klare Favoriten in Reihen der Ferrari-Teams gehen Gianmaria Bruni, Jaime Melo und Pierre Kaffer an den Start. "Die Fortsetzung der Erfolgsgeschichte ist Programm", so der Deutsche Risi-Pilot selbstbewusst. "Aber Daumendrücken ist natürlich angesagt, denn bei dem Rennen ist immer alles möglich."

AF Corse mit Fisichello und Alesi
Im Auto von Hankook Farnbacher kommt das in der Eifel zweitplatzierte Trio Simonsen/Farnbacher/Keen zum Einsatz. "Es wird richtig hart, denn es gibt kaum noch Gentleman-Driver in der GT2-Klasse", sagt Simonsen. Der Däne weiter: "Es sind so viele Werksautos am Start, man muss sofort den passenden Speed haben, ihn halten und sich keinerlei Fehler erlauben."

Inmitten der vielen Favoriten befinden sich auch zwei wohlbekannte Topstars der Motorsportszene. Giancarlo Fisichella und Jean Alesi feiern ihr Le-Mans-Debüt mit einem Ferrari von AF Corse. Als "Fahrlehrer" der beiden Grand-Prix-Stars agierte in den vergangenen Monaten der erfahrene Toni Vilander. Der mehrfache FIA-GT-Champion gab seine Erfahrungen mit dem Ferrari weiter. Man wird sehen, ob Alesi und Fisichella gelernt haben.

Im Rahmenprogramm während der Le-Mans-Woche beitet der ACO das traditionelle öffentliche Scrutineering am Sonntag und Montag in der Innenstadt, sowie die große Fahrerparade am Freitag. Außerdem gibt es Livekonzerte an der Strecke und Präsentationen von verschiedenen Fahrzeugen mit alternativem Antrieb - darunter der Porsche 911 GT3 RSR Hybrid. Ein kleiner Vorgeschmack auf die Möglichkeiten, die der ACO mit dem neuen Reglement für die Zukunft schaffen möchte.



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Die Starterliste im Überblick:

Beitragvon Andreas Schwarz » 4. Jun 2010, 11:32

LMP1-Klasse:
1 Team Peugeot Total (Peugeot 908 HDi FAP) - Wurz-Gené-Davidson
2 Team Peugeot Total (Peugeot 908 HDi FAP) - Minsassian-Sarrazin-Montagny
3 Team Peugeot Sport Total (Peugeot 908 HDi FAP) - Pagenaud-Bourdais-Lamy
4 Team ORECA Matmut (Peugeot 908 HDi FAP) - Panis-Lapierre-Duval
5 Beechdean Mansell (Ginetta-Zytek) n- L.Mansell-G.Mansell-N.Mansell
6 AIM Team ORECA Matmut (ORECA 01-AIM) - Ayari-André-Meyrick
7 Audi Sport Team Joest (Audi R15 TDI) - Kristensen-Capello-McNish
8 Audi Sport Team Joest (Audi R15 TDI) - Lotterer-Fässler-Treluyer
9 Audi Sport North America (Audi R15 TDI) - Dumas-Bernhard-Rockenfeller
11 Drayson Racing (Lola-Judd Coupé) - Drayson-Cocker-Pirro
12 Rebellion Racing (Lola Rebellion Coupé) - Prost-Jani-Andretti
13 Rebellion Racing (Lola Rebellion Coupé) - Belicchi-Boullion-Smith
14 Kolles (Audi R10 TDI) - Albers-Tucker-Rodrigues
15 Kolles (Audi R10 TDI) - Bakkerud-Jarvis-Bouchut
19 Michael Lewis/Autocon (Lola-AER) - Lewis-Willman-Burgess
007 Aston Martin Racing (Lola Aston Martin) - Primat-Mücke-Fernandez
008 Signature Plus (Lola Aston Martin) - Ragues-Mailleux-Ickx
009 Aston Martin Racing (Lola Aston Martin) - Turner-Barazi-Hancock

LMP2-Klasse:
24 OAK Racing (Pescarolo-Judd) - Nicolet-Hein-Yvon
25 RML (Lola Coupe-HPD) - Erdos-Newton-Wallace
26 Highcroft Racing (HPD ARX-01c) - Brabham-Franchitti-Werner
29 Racing Box (Lola-Judd Coupé) - Pirri-Cioci-Perazzini
35 OAK Racing (Pescarolo-Judd) - Lahaye-Moreau-Charouz
37 Gérard Welter (WR-Zytek) - P.Salini-S.Salini-Gommendy
38 Pegasus Racing (Norma-Judd) - Schell-Da Rocha-Zollinger
39 KSM (Lola-Judd) - de Pourtalès-Noda-Kennard
40 Quifel ASM Team (Ginetta-Zytek 08S) - Pla-Amaral-Hughes
41 Team Bruichladdich (Ginetta-Zytek 09S) - Ojjeg-Greaves-Chalandon
42 Strakka Racing (HPD ARX-01c) - Watts-Leventis-Kane

GT1-Klasse:
50 Larbre Compétition (Saleen S7-R) - Gardel-Berville-Canal
52 Young Driver AMR (Aston Martin DBR9) - Kox-Enge-Nygaard
60 Matech Competition (Ford GT) - Grosjean-Mutsch-Hirschi
61 Matech Competition (Ford GT) - Allemann-Frey-Gachnang
69 JLoc (Lamborghini Murcielago) - Yogo-Yamanishi-Iiri
70 Marc VDS Racing Team (Ford GT) - Leinders-Palttala-de Doncker
72 Team Luc Alphand Aventures (Corvette C6.R) - Policand-Grégoire-Hart
73 Team Luc Alphand Aventures (Corvette C6.R) - Jousse-Maassen-Goueslard

GT2-Klasse:
63 Corvette Racing (Corvette C6 ZR1) - Magnussen-O'Connell-Garcia
64 Corvette Racing (Corvette C6 ZR1) - Gavin-Beretta-Collard
75 ProSpeed Competiton (Porsche 997 GT3-RSR) - Splunteren-Hommerson-Machiels
76 IMSA Performance Matmut (Porsche 997 GT3-RSR) - Narac-Pilet-Long
77 Team Felbermayr-Proton (Porsche 997 GT3-RSR) - Lieb-Lietz-Henzler
78 BMW Motorsport (BMW M3) - Müller-Farfus-Alzen
79 BMW Motorsport (BMW M3) - Priaulx-Müller-Werner
80 Flying Lizard Motorsport (Porsche 997 GT3-RSR) - Bergmeister-Neiman-Law
81 Jaguar RSR (Jaguar XKRS) - Gentilozzi-Goossens-Dalziel
82 Risi Competizione (Ferrari F430 GTC) - Melo-Bruni-Kaffer
83 Risi Competizione (Ferrari F430 GTC) - Krohn-Jonsson-Van de Poele
85 Spyker Squadron (Spyker C8 Laviolette) - Coronel-Dumbreck-Bleekemolen
88 Felbermayr-Proton (Porsche 997 GT3-RSR) - Felbermayr-Felbermayr- Konopka
89 Hankook-Team Farnbacher (Ferrari F430 GTC) - Simonsen-Farnbacher-Keen
92 JMW Motorsport (Aston Martin Vantage GT2) - Bell-Sugden-Miller
95 AF Corse (Ferrari F430 GTC) - Fisichella-Alesi-Vilander
96 AF Corse (Ferrari F430 GTC) - Companc-Salo-Russo
97 BMS Scuderia Italia (Porsche 997 GT3-RSR) - Holzer-Westbrook-Scheider



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Re: Le Mans 2010: Das sind die 55 Starter

Beitragvon Andreas Schwarz » 4. Jun 2010, 11:33

Zeitplan der Le-Mans-Woche:
Sonntag, 6. Juni:
14:30 - 19:00 Fahrzeugabnahme in der Innenstadt

Montag, 7. Juni:
09:30 - 17:30 Fahrzeugabnahme in der Innenstadt

Mittwoch, 9. Juni:
16:00 - 20:00 Freies Training 24 Stunden
20:30 - 21:30 Freies Training Porsche-Carrera-Cup
22:00 - 24:00 Qualifikation 24 Stunden

Donnerstag, 10. Juni:
16:00 - 17:00 Qualifikation Gruppe C
17:30 - 18:30 Qualifikation Porsche-Carrera-Cup
19:00 - 21:00 Qualifikation 24 Stunden
21:15 - 21:35 Qualifikation GP Elec
22:00 - 24:00 Qualifikation 24 Stunden

Freitag, 11. Juni:
10:00 - 20:00 Freier Zugang zur Boxengasse
18:00 - 19:00 Fahrerparade in der Innenstadt

Samstag, 12. Juni:
09:00 - 09:45 Warmup 24 Stunden
10:00 - 10:40 Rennen Porsche-Carrera-Cup
11:05 - 11:50 Rennen Gruppe C
12:10 - 12:30 Rennen GP Elec
14:22 Beginn der Startprozedur 24 Stunden
15:00 Start der 78. 24 Stunden von Le Mans

Sonntag, 13. Juni:
15:00 Ende der 78. 24 Stunden von Le Mans

Das 24-Stunden-Rennen im TV:
'Eurosport' überträgt die Trainings und Qualifikationen am Mittwoch und Donnerstag live, das Rennen ist in voller Länge bei 'Eurosport' und 'Eurosport HD' zu sehen.



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Re: Le Mans 2010: Das sind die 55 Starter

Beitragvon Andreas Schwarz » 9. Jun 2010, 08:29

Andreas Schwarz hat geschrieben:Das 24-Stunden-Rennen im TV:
'Eurosport' überträgt die Trainings und Qualifikationen am Mittwoch und Donnerstag live, das Rennen ist in voller Länge bei 'Eurosport' und 'Eurosport HD' zu sehen.


Mittwoch, 9. Juni 2010

16:00 - 19:30 Uhr: Freies Training (ESP 2)

19:30 - 20:00 Uhr: 24 Minuten Magazin: Aktuelle Meldungen und Interviews

22:00 - 00:00 Uhr: Qualifikation zum Langstrecken-Klassiker (ESP 2)

Donnerstag, 10. Juni 2010

19:00 - 19:30 Uhr Qualifikation zum Langstrecken-Klassiker (ESP 2)

19:30 - 20:00 Uhr 24 Minuten Magazin: Aktuelle Meldungen und Interviews

20:00 - 21:00 Uhr Qualifikation zum Langstrecken-Klassiker

22:00 - 00:00 Uhr Qualifikation zum Langstrecken-Klassiker (ESP 2)

Freitag, 11. Juni 2010

19:30 - 20:00 Uhr 24 Minuten Magazin: Aktuelle Meldungen und Interviews

Samstag, 12. Juni 2010

09:00 - 09:45 Uhr Warm Up

11:00 - 12:00 Uhr Oldtimer-Rennen ‘Le Mans Classic’

14:15 - 14:45 Uhr 24 Minuten Magazin: Aktuelle Meldungen und Interviews

14:45 - 16:15 Uhr Das Rennen - Der Start

16:15 - 20:15 Uhr Das Rennen - Fortsetzung (ESP 2)

19:30 - 20:00 Uhr 24 Minuten Magazin: Aktuelle Meldungen und Interviews

20:15 - 22:30 Uhr Das Rennen - Fortsetzung

22:30 - 23:00 Uhr Das Rennen - Fortsetzung (ESP 2)

23:15 - 00:00 Uhr Das Rennen - Fortsetzung

Sonntag, 13. Juni 2010

00:30 - 09:00 Uhr Das Rennen - Fortsetzung

09:00 - 09:30 Uhr Das Rennen - Fortsetzung (ESP 2)

09:00 - 09:30 Uhr 24 Minuten Magazin: Aktuelle Meldungen und Interviews

09:30 - 10:30 Uhr Das Rennen - Fortsetzung

10:00 - 13:05 Uhr Das Rennen - Fortsetzung (ESP 2)

13:05 - 15:15 Uhr Das Rennen - Die Schlussphase und Siegerehrung
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Re: Le Mans 2010: Das sind die 55 Starter

Beitragvon Andreas Schwarz » 16. Jun 2010, 08:32

War das ein Rennen! Nur drei Wochen nachdem die 24 Stunden am Nürburgring mit der spannendsten Ausgabe der letzten Jahre die Motorsportfans begeisterten, wurde beim 78.ten 24 Stunden Rennen von Le Mans (der Link führt zum Rennbericht auf unseren Seiten) nachgelegt.

Die 78.te Ausgabe des Klassikers wurde zu einem historischen Rennen, das wieder einmal in aller grausamen Konsequenz die einfachen und simplen Regeln dieser Veranstaltung offenbarte. So zum Beispiel „Du brauchst zwar ein schnelles, aber nicht notwendigerweise das schnellste Auto, um zu gewinnen.“ - eine Weisheit, die Audi schon zum zweiten Mal in drei Jahren und heuer die Teams von Felbermayr-Proton und Larbre Competition bestätigten. Oder: „Um Le Mans zu gewinnen darfst du dich nicht selbst schlagen.“ Dies bewies im letzten Jahr Audi - nun ging die Reihe an Peugeot, diese Regel zu bestätigen. Eine weitere Weisheit wurde ebenfalls durch einige Teams - allen voran durch die ingolstädter - bestätigt: „Eine fehlerlose Mannschaftsleistung ist durch nichts zu ersetzen“ - "noch nicht mal durch ein schnelleres Auto" könnte man ergänzen.

Der Triumph der Audi war verdient. Am Mittwoch zeigte man sich schockiert vom Speed der Peugeot: 4s pro Runde verlor man auf die 908. Das hätte im Endeffekt über 24 h einen Rückstand von sieben Runden zwischen dem schnellsten 908 und dem schnellsten R15+ bedeutet. In einer Kraftanstrengung schaffte es das Team, den Rückstand bis zum Donnerstag auf 2s zu reduzieren. Im Rennen wurde dann an alle R15-Crews die Devise ausgegeben, mit allen drei Autos das Tempo im Rahmen der Möglichkeiten hoch zu halten, um die 908 unter Druck zu setzen. Die Rechnung ging auf. Die Löwen verloren schon am späten Samstag nachmittag einen Wagen mit einem irreperablen Aufhängungsschaden. Am Sonntag morgen verglühten dann alle drei verbliebenen 908 der Reihe nach mit Turboschäden auf der rechten Seite - unmittelbar nach vorangegangenen Boxenstopps. Das deutet auf eine Überhitzung der angeblich bis zu 5000° heissen Lader bei den Boxenstopps hin, die den Löwen zum Verhängnis wurde.

39 Jahre nach dem anscheinend für die Ewigkeit geltenden Distanzrekord von Helmut Marko und Gijs van Lennep auf dem legendären Porsche 917K mit 5335km fiel diese Marke. Audi und den Siegerpiloten Timo Bernhard, Mike Rockenfeller und Romain Dumas wird in Zukunft der neue Distanzrekord von 5410 km zugeschrieben werden können.

Neben Audi freute sich auch Porsche - aus zwei Gründen: Zum einen gelang den Weissachern ein genauso unverhoffter Sieg mit dem Felbermayr-Proton GT2-Porsche von Lieb / Lietz / Henzler wie den Ingolstädtern, da die schnelleren Corvettes am Sonntag morgen Opfer von Motorschäden wurden wie die Peugeot. Den ebenfalls schnelleren Risi Competitione-Ferrari warf ein Problem mit der Schaltung aus dem Wettbewerb. Zum Zweiten kamen die Gesamtsieger auf dem Audi mit der #9 eigentlich aus Weissacher Diensten zum Audi Sport Team Joest. Mike Rockenfeller hatte von 2002-2006 Karriere auf den Arbeitsgeräten von Porsche gemacht, ehe er zu den Ingolstädtern wechselte. Timo Bernhard und Romain Dumas werden seit zwei Jahren bei Bedarf von den Weissachern an Audi ausgeliehen - die Connection zahlte sich nun aus.

Wie im Vorfeld bekannt wurde, war es das letzte Rennen der GT1 an der Sarthe. Mit einer ungewöhnlich hohen Ausfallquote kam es zu einem verblüffenden Ergebnis. Es gewann nicht etwa einer der neuen Ford-GT oder der vertrauten Seriensieger von Corvette oder Aston Martin - sondern der Larbre Competition-Saleen, der bei seinem letzten Einsatz, den Larbre-Teamchef Jack Leconte mit einem Mini-Budget und zahlenden Privatiers durchführte, zu seinem ersten Klassensieg in Le Mans keuzte.

83% des LMP2-Feldes im Ziel? Nie im Leben! So hätte die Antwort der ausgewiesenen und selbsternannten Experten vor dem Rennen gelautet, wenn man auf dieses Ergebnis getippt hätte. Mit dem HPD von Strakka Racing gewann sogar eine Favoriten-Crew, deren Erfolg bei Debüt ebenfalls verdient war. Die kleine Prototypen-Klasse war ein ungewohnter Ausbund an Zuverlässigkeit. Auch die Teams von Kruse-Schiller Motorsport und die schweizer Debütanten von Race-Performance sahen verdient die Flagge.

Drei weitere neue Erkenntnisse - die wir euch nicht vorenthalten wollen - fielen unserem amerikanischen Kollegen Janos Wimpffen in Le Mans auf:
Erstens: Bei Peugeot weiss man, wie ein gutes Grillfest zelebriert wird.
Zweitens: Jedes Langstreckenrennen wird von Peugeot gewonnen - zumindest theoretisch.
Drittens: Sollten Sie Besitzer eines ALMS-Teams sein und eine Le Mans-Teilnahme erwägen? - Dann vergessen Sie es besser! (Mit einer Ausnahme sah keines der ALMS-Teams die Zielflagge - und Highcroft als Ausnahme schleppte den waidwunden HPD auf sieben Zylindern in der letzten Runde ins Ziel.)



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